Pressestimmen
Prädikat : "besonders wertvoll"
Frank-Immo Zichner lotete Virtuosität und Lyrik (Prokofjew 3.Klavierkonzert)
gleicherma§en aus, hob die exzentrische Seite, die in Atem beraubenden Passagen gipfelte, hervor.
Obwohl dieser kompakte Klaviersatz dem Pianisten alles abzuverlangen schien, entstand keine
übertriebene Agogik. Leichtigkeit und kapriziöse Abschnitte standen im Kontrast zu
explosionsartigen Ausbrüchen. Frank-Immo Zichner brachte alles in den erforderlichen
Zusammenhang. Seine hervorragenden technischen Fähigkeiten erlaubten ihm eine Klangrede,
die angefüllt war mit konturenscharfen Aussagen.
Frank-Immo Zichner...lässt auf den Tasten gleichsam Sonnenlicht tanzen, taumelt
trillerreich in die Sinneslust, gibt sich lyrisch, dann wieder bukolisch, temperamentvoll,
mitunter geradezu urwüchsig und wild. Der unangestrengten und bravourösen Wiedergabe
dankt enthusiastischer Beifall.
Das Klavier strebt vorneweg und ist doch Teil des Ganzen. Innere Zerrissenheit:
ein sinnlicher Klang direkt ins Herz.
So glanzvoll die „Homburger Kammermusiktage 2006“ sich den Hörern darboten, so brillant wurden sie am vergangenen Sonntag im Kulturzentrum Homburger Saalbau beendet. Drei musikalische Gäste des Vogler-Quartetts, dem die künstlerische Leitung anverraut ist, eröffneten das Abschlusskonzert mit Beethovens Klavier-Trio Es-Dur op. 70/2. Der blendend aufgelegte Pianist Frank-Immo Zichner blieb den technischen Anforderungen Beethovens vor allem in den Ecksätzen nichts schuldig. Die junge Geigerin Carolin Widmann und der saarländische Cellist Gustav Rivinius, der kurzfristig für den erkrankten Kollegen Manuel Fischer-Dieskau einsprang, gestalteten ihre Melodiebögen vor allem in der kanonisch geführten Introduktion, in den Variationen des zweiten Satzes und im menuettartigen dritten Satz nach E. T. A. Hoffmann mit derart „adelichem Charakter“, dass es eine Lust war zuzuhören. Mit Herzblut und Leidenschaft befreiten die drei Künstler das von Beethoven selbst hoch geschätzte Werk aus dem Schatten seiner Schwester, dem bekannteren Geister-Trio op. 70/1.